Relaunch vs. Rebrush – Was ist besser?

Erfahre warum es oft besser ist in kleinen Schritten die Webseite zu verbessern, anstatt mit dem Holzhammer das alte Design einzureissen.

Bei fast allen Webprojekten wird nach ein paar Jahren der Ruf nach einem Relaunch laut. Für viele ist das automatisch eine komplette Neugestaltung sowie Aufsetzen eines Content-Management-Systems. Dabei sollten wir zuerst die vier Stufen einer Webseiten-Überarbeitung kennenlernen:

Facelift, Rebrush, Redesign, Relaunch

Facelift / Rebrush / Brush-Up

Wenn nur „kosmetische“ Anpassungen vorgenommen werden sollen reden wir von den drei o.g. Begriffen. Damit passen wir einfache Elemente der Webseite an. Wie z.B. Farben oder Schatteneffekte.

Redesign-Beispiel Online Shop mit Shopware

Urversion mit Schatten und ähnlich priorisierten Elementen
Abb: Header (Kopfbereich) der Webseite vom Faltradanbeiter-Shop boxbike
Neue Version mit Reduzierung wie z.B. Vorteile in hellgrauer Schriftfarbe, Logo auf Fluchtlinie ausgerichtet, Menüführung angepasst, Schatten gegen einfache Linie ausgetauscht.
Abb: Header nach der Überarbeitung

Redesign

Wenn das Design etwas umfassender angepasst wird. Z.B. CI / CD Veränderungen oder neue Elemente auf der Webseite.

Relaunch

Von einem Relaunch sprechen wir wenn eine komplette Erneuerung des Systems erfolgt. Das kann die technische Basis sein wie z.B. der Wechsel von Typo3 auf WordPress oder ein kompletter Themewechsel.
Gerade aus SEO Sicht ist ein Relaunch riskant. Google kennt die alte Seite und hat viele Usersignale gesammelt. Wenn von einem auf den anderen Tag alles sich verändert wird auch der Algorithmus von Google verwirrt sein und dich wahrscheinlich anders positionieren.

Macht Amazon ein Relaunch?

Ja und nein. Große Unternehmen optimieren ihre Webseiten kontinuierlich (Soft-Relaunch). Aber sie machen keinen klassischen Relaunch. Durch das Leben der Testkultur wird iterativ also Stückchen für Stückchen die Webseite verbessert ohne das die User verwirrt sind. User wollen keine Veränderungen. Vielleicht merkst du das bei Facebook (Stand August 2020). Das Social-Network hat vor wenigen Tagen eine komplette Überarbeitung ihrer Benutzeroberfläche (Hard-Relaunch) ausgerollt. Vielen User wird es jetzt schwer fallen ihre geliebten Funktionen wiederzufinden. In seltenen Fällen kann es aber auch Sinn machen so tiefe Veränderungen umzusetzen. So kann man den „alten Kram“ wegschmeissen – Disruption ist das Zauberwort.

Wäre deshalb vor einem geplanten Relaunch ab ob es wirklich notwendig ist alles neu zu machen. Gerade wenn die (neue) Agentur das empfiehlt. Es gibt sicherlich technische Notwendigkeiten wie z.B: nicht mehr updatefähige Content-Management-Systeme.